Auch mit Atemschutzgerät müssen manchmal andere Aufgaben übernommen werden.

Auch mit Atemschutzgerät müssen manchmal andere Aufgaben übernommen werden. | Foto: Staggenborg

Auf dem Hof Leifker in Landersum hat der Landwirt am vergangenen Samstagnachmittag Rauchentwicklung im Dachbereich seines landwirtschaftlichen Anwesens festgestellt und einen Notruf über die 112 abgesetzt. Möglicherweise haben zwei Kinder von Besuchern des „Melkhus“ auf dem Dachboden der Stallungen gezündelt und werden vermisst. Eventuell haben sie sich noch im Gebäude versteckt, so die Meldung von Gerhard Leifker an die Feuerwehrleitstelle in Rheine. Daraufhin erfolgte ein Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr Neuenkirchen. Zum Glück nur ein von Hauptbrandmeister Martin Bömer ausgedachtes und vorbereitetes Szenario.

Ehrensache, dabei zu sein

Eigentlich hatte die Freiwillige Feuerwehr in den vergangenen Tagen durch das starke Unwetter bereits mehr als genug Arbeit und Einsätze. Aber darauf kann keine Rücksicht genommen werden, wenn ein Notruf herein kommt. Dessen sind sich die Feuerwehrmänner und -frauen auch völlig im Klaren. Und deshalb ist es auch Ehrensache, bei einer Übung dabei zu sein. „Eigentlich sind Mannschaft und Geräte in den letzten Wochen ausgereizt“, freute sich Rolf Bücker über die gute Beteiligung zu dieser Übung. Und dass auch der Humor noch nicht verloren gegangen ist hörte man aus den Reihen der Truppe als einer bemerkte: „Selbst der Helm ist inzwischen eingelaufen.“

40 Einsatzkräfte vor Ort

Etwa 40 Einsatzkräfte und vier Löschfahrzeuge haben sich nach kurzer  Lagebesprechung auf den Weg zum Hof Leifker gemacht. Vor Ort hat Einsatzleiter und Brandinspektor Berthold Perick sich umgehend einige Informationen vom Alarmierenden eingeholt und dann die entsprechenden Löschfahrzeuge positioniert.

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Zwei Atemschutztrupps hatten sich bereits komplett ausgerüstet, da bei der Rettung von Menschenleben jede Sekunde zählt. Und während diese bereits auf den Weg zum Dachboden waren, bauten die anderen die Wasserversorgung von den zwei nächstgelegenen Hydranten auf. Da ein großer Teil der Dachflächen mit Photovoltaik-Anlagen ausgelegt ist, ist hier natürlich mit äußerster Vorsicht zu handeln.


Wasserversorgung kann noch weiter ausgebaut werden

Für diese Übung reichte die Wasserversorgung allemal aus. Im Ernstfall jedoch müsste nachbarschaftliche Löschhilfe mit mehreren Tanklöschfahrzeugen aus Salzbergen und Rheine angefordert und ein Pendelverkehr zur Löschwasserversorgung eingerichtet werden. Im Extremfall müsste eventuell sogar eine 1300 Meter lange Löschwasserversorgung zur sogenannten „Nato-Straße“ im Norden von Landersum eingerichtet werden.

Im Einsatzleitwagen werden die unter anderem die Wasserversorgungspunkte ausfindig gemacht.

Im Einsatzleitwagen werden die unter anderem die Wasserversorgungspunkte ausfindig gemacht. | Foto: Staggenborg

„Dort gibt es eine leistungsfähige Hauptwasserleitung. Allerdings ist eine solche große Distanz nur mit zusätzlichen Pumpen möglich, damit hier am Ende noch ein entsprechend nutzbarer Wasserdruck ankommt“, erklärt Rolf Bücker.

Einsatzleiter zufrieden

Mit dieser Übung waren Einsatzleiter und Übungsverantwortlicher gut zufrieden. Auch wenn man weiß, dass die Freiwillige Feuerwehr Neuenkirchen für Extremfälle gut gerüstet ist, so kann man aber doch nur hoffen, dass die Realität es nicht fordert.