Wenn der Ehering einmal ins Waschbecken fällt, kann man ihn meistens noch vor Ort retten. Fällt aber das Gebiss in die Toilette, ist es erstmal weg, sobald die Spülung gedrückt wurde. Nach einem weiten Weg durch die Kanalisation taucht es dann unter Umständen in der Straße „Zur Helle“ wieder auf. Denn dort, bei Hausnummer 9, läuft alles zusammen.

Dort, am tiefsten Punkt der Gemeinde, steht die Kläranlage Düsterbach, die die Abwässer der Neuenkirchener und Wettringer Haushalte sowie der Gewerbebetriebe wieder aufbereitet. Die Molkerei Naarmann und früher auch das Textilunternehmen Hecking haben sogar einen eigenen Kanal zur Kläranlage.
Günter Berning, Leiter der Kläranlage, hatte schon mal ein Gebiss im sogenannten Filterstufenrechen, der alles aus dem ankommenden Abwasser herausfiltert, das größer wie sechs Millimeter ist. „In meinen 33 Jahren an der Kläranlage ist mir bisher aber nur ein Gebiss untergekommen“, erklärt Berning beim Gang über die Anlage schmunzelnd.


Tagtäglich fischt der Rechen hingegen Binden, Einmalhandschuhe, Kondome oder feuchtes Toilettenpapier aus dem Zulauf. „Man kann sich gar nicht vorstellen, was alles in der Toilette heruntergespült wird“, so Berning weiter. Alles landet schließlich gepresst und getrocknet in einem Container.

Neue Serie: Sie wollten immer schon mal wissen, wie eine Kläranlage funktioniert? Oder wohin die verlorenen Pflaster im Freibad verschwinden? Und wie man sich in der Bücherei überhaupt zurecht findet? In unserer neuen Serie „Wie funktioniert eigentlich?“ stellen wir Dinge und Orte aus einem anderen Blickwinkel vor, mit denen man fast tagtäglich zu tun hat. Heute: Wie funktioniert eigentlich eine Kläranlage?

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Mitteilungsblattes.