Der Aldi-Markt soll von der Bahnhofstraße zum Hecking-Center umziehen. | Foto: Stefan Klausing

Der Aldi-Markt soll von der Bahnhofstraße zum Hecking-Center umziehen. | Foto: Stefan Klausing

Lange wurde abgewunken, dass der Lebensmitteldiscounter Aldi zum Hecking-Center umziehen will, ein entsprechender Antrag läge gar nicht vor. Bis Dienstag. Bauamtsleiter Philipp Hänsel teilte im Bauausschuss mit, dass die Firma Stroetmann, der das Hecking-Areal gehört, am 2. September einen entsprechenden Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplanes eingereicht habe, um östlich neben dem Edeka den Aldi-Markt anzusiedeln.

Alle Einzelhandels-Gutachten, die im Rahmen der Umgestaltung des Hecking-Geländes erstellt wurden, raten von einer Konzentration der beiden Supermärkte ab. Und auch die Euphorie im Ausschuss hielt sich in Grenzen. Zwar sei die angesprochene Fläche im Einzelhandelskonzept als Erweiterungsfläche mit diskutiert worden, aber es aus politischer Sicht ungünstig wäre, dort einen Discounter anzusiedeln. „Das Thema wurde in der Öffentlichkeit ja immer wieder diskutiert, aber dieses ist jetzt der erste offizielle Antrag“, fasste Nico von Royen (CDU) noch einmal zusammen. Zwar könne jeder einen Antrag stellen, aber man wolle sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, ob dieses denn gut sei.

Schritt für Schritt vorgehen

Der Aldi-Markt soll auf dieses Areal am Hecking-Center umziehen. | Foto: Stefan Klausing

Der Aldi-Markt soll auf dieses Areal am Hecking-Center umziehen. | Foto: Stefan Klausing


„Die gutachterlichen Äußerungen sprechen dagegen, es entsteht dann dort ein Übergewicht“, so von Royen. „Das müssen wir sehr genau abwägen und kleinschrittig angehen“, so von Royen weiter. „Wenn wir dort einen entsprechenden Markt ansiedeln wollen, müssen wir erstmal das Einzelhandelskonzept fortschreiben und neu formulieren“, sagte Bürgermeister Franz Möllering. 2012 sei das Konzept das letzte Mal angepasst worden. „Wir werden das im nächsten Jahr in den Haushaltsplan mit aufnehmen“, so Möllering. Man wolle dazu nun Schritt für Schritt vorgehen. Der „Arbeitskreis Hecking“, in dem auch die Kaufmannschaft vertreten ist, soll mit eingebunden werden.

„Das ist eine schwierige Sache. Wir kommen schnell in den Verdacht, dass wir hier etwas verhindern wollen, aber wir brauchen den Aldi in Neuenkirchen. Unsere Bürger würden uns lynchen, wenn Aldi verschwinden würde“, sagte Peter-Ulrich Wiesmann (SPD). Das sieht Bürgermeister Möllering genau so, aber: „Wir müssen das solide bearbeiten und gründlich begründen und nichts überstürzen.“

Insgesamt waren sich die Politiker allerdings einig, dass der Discounter an der Bahnhofstraße in die Jahre gekommen sei und nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche. Aber ob die einzige Lösung das Hecking-Areal sei oder vielleicht auch ein anderer Standort infrage käme, soll nun die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes und eine weitere gutachterliche Betrachtung klären. „Wir müssen da ergebnisoffen rangehen“, so von Royen. „Das wird sicherlich eine Sache, die uns die nächsten Sitzungen begleiten wird“, so Möllering.