Die Juniorengarde des TK Rote Husaren bei der Norddeutschen Meisterschaft 2017. | Foto: Stefan Klausing

Auf dem Halbfinale Nord im karnevalistischen Tanzsport in Hannover bestehen zwölf Starts des Tanzkorps Rote Husaren Neuenkirchen die Auswahlprüfung und qualifizieren sich für die Deutschen Meisterschaften in Oberhausen am Wochenende. Dabei fährt das Tanzkorps vier Titel als Norddeutscher Vizemeister und eine Bronzemedaille ein und wird mit dem Junioren-Schautanz „Wölfe“ sogar überragend Norddeutscher Meister. Karnevalistischer Turnier-Tanzsport fordert seinen Akteuren und den Trainern langen Atem ab: mit über 35 Turnieren mit Qualifizierungsmöglichkeit bundesweit zwischen Allgäu und Ostseeküste führt der Weg zur letzten Ausscheidung vor dem Finale, den Nord- bzw. Süddeutschen Meisterschaften.

Diese fanden am vergangenen Wochenende in Erbach an der Saar als Halbfinale Süd und in Hannover für die nord-, west- und ostdeutschen Vereine statt. 185 Tanzpaare, Mariechen, Garden und Schautänze kämpften in der Swiss-Life-Arena in Hannover in den drei Altersklassen um die Tickets für die Deutschen Meisterschaften, zu denen nur die besten fünf (Jugend), sechs (Junioren) beziehungsweise sieben (Ü15-Jährige) zugelassen sind. Allein 16 Starts bieten die Roten Husaren aus Neuenkirchen auf und sind damit der norddeutsche Verein mit den deutlich meisten Qualifizierten.

Fliegender Wechsel

Die Jugendgarde des TK Rote Husaren bei der Norddeutschen Meisterschaft 2017. | Foto: Dirk Olesiak

Ihren ersten Auftritt vor der riesigen Kulisse einer Sportarena erleben am Samstag Corinna Brunster und Moritz Klausing, das Nachwuchspaar der Roten Husaren. Dass die beiden gerade mal Fünf- und Sechsjährigen dabei von 13 Jugend-Tanzpaaren auf dem letzten Platz landen, ist mehr als verzeihlich, tanzen sie doch überhaupt erst einige Monate zusammen und haben sich doch bereits auf Turnieren qualifiziert. Ihre größeren Vorbilder – Lisann Wiechers und Louis Krömer – starten durch und ertanzen sich den ersten Titel des Tages als Norddeutscher Vizemeister.

Die Jugendgarde, deren Auftritt für das Tanzpaar immerhin einen fliegenden Wechsel in die nächste Uniform und Choreografie bedeutet, weiß an diesem Tag besonders zu überzeugen: sicher und überzeugend bieten sie ihr Potenzial auf, verweisen die Dauerkonkurrenten auf die Plätze und holen – wie auch wenige Stunden später noch mit einem dritten Platz für ihren Schautanz „Marie-, Marie-, Marienkäfer“ – die nächsten Startberechtigungen auf der Deutschen Meisterschaft und den zweiten Vizemeister-Titel. Das Tanzmariechen Josefine Elling landet auf Platz neun.


Samstag geht es zur DM nach Oberhausen

Denkbar knapp an einer Qualifikation für das Finale vorbei schrammt das Junioren-Tanzpaar Nele Hagemann und Florian Klausing mit einem respektablen siebten Platz von zwölf Konkurrenten. Auch sie stehen erst seit wenigen Monaten im Training von Jana Pruß und Ebru Camlibel und zeigen jetzt schon beachtliches Potenzial für die nächsten Jahre.

Für Schrecksekunden durch einen abgerissenen Aufmarsch schon auf der Treppe und eine Verletzung im Spagatsprung sorgen die Junioren in ihrem Gardetanz. Dass es am Ende aber doch noch für den 2. Platz reichte, zeigt eindrücklich den Siegeswillen der Truppe und die geniale Choreografie. Gleich vierfach angetreten sind die Junioren-Mariechen der Roten Husaren: Alicia Rotermann belegt einen achtbaren 11. Platz, Luana und Juli Greßler schieben sich auf die Plätze 6 und 5 und damit in die Qualifikationsreihen vor. Linn Endema toppt die Leistung des Husaren-Kleeblatts mit einem 4. Platz, nur einen Wimpernschlag vom Siegerpodest entfernt.

Junioren sind Norddeutscher Meister im Schautanz

Der ganz große Wurf gelingt am Samstagabend dann aber den „Wölfen“, dem Schautanz-Team der Roten Husaren: sie setzen ein furioses Finale, tanzen mit Gänsehautfaktor ausdrucksstark wie nie und siegen mit deutlichem Abstand zu den restlichen 14 Konkurrenten als Norddeutscher Meister.

Am Sonntag tritt das Tanzkorps mit reduzierter Besetzung an: als amtierender Deutscher Meister ist der bekannten Ü15-Garde der Start auf dem Halbfinale versagt, sind sie doch nach Reglement automatisch für die diesjährige Deutsche Meisterschaft gesetzt. Den beiden Tanzpaaren Leonie Fühner und Artur Schweizer sowie Hannah Beckmann und Yannick Löbbers gelingt eine Leistungsbestätigung und beide Paare lösen das Tickt zum Finale. Ein besonderer Coup gelingt der Gemischten Garde, Mangelware im karnevalistischen Tanzsport bundesweit: ihre Hoffnung auf die Qualifikation wird durch den überraschenden Sprung auf das Siegerpodest mit dem Norddeutschen Vizemeistertitel übertroffen. Die drei Männer und sechs Damen lassen dabei sogar Deutsche Meister der letzten Jahre hinter sich.

Kurz vor Turnierschluss holten sich die Ü15-Jährigen Roten Husaren mit ihrem Schautanz „Element Wasser“ noch mit einem vierten Platz die Final-Qualifikation. Die letzten Weichen für das große „Endspiel“ in der König-Pilsener-Arena zu Oberhausen vor 8.000 Zuschauern am Wochenende sind gestellt. Letzte Trainingseinheiten in der laufenden Woche sichern noch die Tanzabläufe, mentales Training bereitet die über 100 Aktiven auf ihre Auftritte vor, bevor am Freitagabend die ersten Busse mit Aktiven und 400 Schlachtenbummlern, Eltern und fiebernden Fans inklusive Bürgermeister ins Ruhrgebiet rollen.

Der Schlachtenbummlerbus zur DM nach Oberhausen fährt am Sonntag, 26. März, um 6.30 Uhr ab Kirmesplatz. Alle Schlachtenbummler finden sich bitte 15 Minuten vor Abfahrt ein, um pünktlich zur Eröffnung in Oberhausen zu sein.
Das Tanzkorps lädt Ehemalige,

Freunde und Gönner ein zu einer Zeitreise durch die vergangenen 50 Jahre mit buntem Überraschungsprogramm. Die Gala findet am 20. Mai ab 19.30 Uhr in der Dreifachsporthalle am Westfalenring statt. Anmeldungen sind möglich bis zum 15. April auf: www.rote-husaren-neuenkirchen.de