Menschenrettung, Brandbekämpfung und Wasserversorgung – gleich drei große Themengebiete standen bei der Feuerwehr am Freitagabend auf dem Programm. Martin Bömer, Christian Liebig und Christian Bömer hatten die Übung gemeinsam ausgearbeitet. Als Objekt stand der Feuerwehr an diesem Abend die Raiffeisengenossenschaft am Bahndamm zur Verfügung.
Zur Lage: Gegen 19 Uhr geht ein Notruf ein, Radfahrer auf der Bahntrasse hatten Rauch aus den RCG-Hallen bemerkt. Fast zeitgleich geht ein Hilferuf eines Raiffeisen-Mitarbeiters ein. Ein Stapler habe sich in der Halle entzündet, der Fahrer werde noch vermisst.

Für die Freiwillige Feuerwehr Neuenkirchen bedeutet das „Vollalarm – Brand Gewerbebetrieb“. Insgesamt 43 Einsatzkräfte rücken auf Abruf aus und erreichen die vermeindliche Einsatzstelle. Aus der Lagerhalle der Genossenschaft dringt Rauch (aus der Nebelmaschine), vier Personen werden vermisst und die Wasserversorgung muss von der Offlumer Straße und vom Hovekampsweg aufgebaut werden. Die trainierten Feuerwehrfrauen und -männer arbeiten die Übung ab, als wäre es ein echter Einsatz.

Vermisste Personen

Feuerwehrübung an der Raiffeisen-Genossenschaft am Bahndamm. | Foto: Lünnemann/Feuerwehr


Auf der Anfahrt werden bereits die Atemluftflaschen angelegt, erste Infos erreichen die Gruppenführer per Funk. Nach Eintreffen wird von den Führungskräften zunächst die Lage mit Einsatzleiter Berthold Perick erkundet, danach geht alles ganz schnell. Fahrzeuge werden in Position gebracht, Schläuche gerollt und die Angriffstrupps rüsten sich für die Menschenrettung aus – alle Handgriffe sitzen. Bereits nach ein paar Minuten ist der erste Trupp unter schwerem Atemschutz in der verrauchten Halle unterwegs, um die vermissten Personen zu finden. Draußen bauen derweil die Kameraden die Wasserversorgung über große Entfernung auf, dabei kommt der Gerätewagen Logistik und der neue Schlauchwagen zum Einsatz, die direkt von der Ladefläche mehrere hundert Meter Schlauchleitung verlegen können.

Doch Wasser darf zunächst in der Halle, in der die Personen vermisst werden nicht eingesetzt werden. „Dort ist Düngemittel gelagert, dass mit Wasser reagiert“, kommt die Lageeinspielung für den Angriffstrupp. Der Gruppenführer entscheidet, weiter nach den Vermissten zu suchen und das Wasser nur zum Selbstschutz einzusetzen.
Bei der Personensuche kommt auch die neue Wärmebildkamera zum Einsatz, die das Auffinden in dem verrauchten Raum erleichtert. Und bereits nach kurzer Zeit dann der erlösende Funkspruch, dass drei Personen gefunden wurden. Wenig später wird auch der bewusstlose Staplerfahrer (eine Übungspuppe) aus der Halle gebracht und die Feuerwehr kann sich um die Brandbekämpfung kümmern. Doch bevor das Wasser aus allen Rohren spritzt schallt „Übungsende“ durch die Funkgeräte.

Lange Leitung wichtig

„Das Übungsziel wurde erreicht, die Ausbildung im Winter hat sich gelohnt“, ist das Fazit der Übungsverantwortlichen. Auch der neue Schlauchwagen, hat sich in seiner ersten großen Übung bewährt. „Gerade bei uns auf dem Land ist es wichtig, dass wir Wasser schnell über weite Strecken holen können. Das ist uns gelungen“, kommentiert Wehrführer Ralf Stoltmann bei der anschließenden Manöverkritik.