Sandra und Michael Fröse geben zum Jahresende das „Haus am See“ schweren Herzens auf. | Foto: Kösters

Es hat nicht sollen sein. Vor genau einem Jahr haben sie ihr „Haus am See“ auf dem Campingplatz am Offlumer See eröffnet: Sandra und Michael Fröse. In sechs Wochen schließen sie bereits wieder. „Dabei fing es richtig gut an“, resümiert Michael Fröse. „Es war ein spannendes Jahr. Mit tollen Gästen und viel Akzeptanz“. Im Winter hatten sie Anmeldungen von Adventsfeiern und Grünkohlgruppen. Im Frühjahr haben sie die Terrasse ausgebaut. Das Wetter war gut, das Pfingstwochenende war das absolute Highlight. „Danach ging der Sommer in die Knie. Wir können uns da mit dem Freibad vergleichen: schlechtes Wetter – wenig Kundschaft“, so Fröses. „Und dann kam der Stichtag 30. September 2017, der Tag der Pachtverlängerung“.

Im Guten getrennt

Als Nicht-Gastronomen waren sie 2016 beide Quereinsteiger. „Als mir im vergangenen Jahr meine Cousine von den Eigentümern Bernhard und Markus Fähring erzählte, dass sie händeringend neue Pächter suchten, reifte in uns damals spontan der Gedanke, das Haus am See zu übernehmen“, erinnert sich Michael. „Aber jetzt mussten wir die Reißleine ziehen. Es kommt der Winter und ich möchte nicht, dass wir in einem halben Jahr hier stehen und die Pacht nicht mehr bezahlen können“.

Dabei war der Zuspruch der Stammgäste gut, aber es reichte nicht. Im Winter ist der Campingplatz wenig belegt, für Gäste von außerhalb ist das Haus recht abgelegen. Am 22. Dezember wird das Haus am See letztmalig geöffnet sein. „Wir werden erst einmal Luft holen und in unseren Jobs weiter arbeiten“. Beide haben in Teilzeit weiter gearbeitet, auch wenn sie gehofft hatten, das Restaurant einmal ganztägig zu betreiben. Mit Bernhard Fähring und der Camping-Familie gibt es kein Problem: „Alle verstehen uns“, sagt Michael Fröse. „Auch wenn sie es bedauern, dass wir weggehen“.


Auf Anfrage des Mitteilungsblattes teilte Bernhard Fähring mit, dass bisher kein neuer Pächter gefunden ist. „Ich hoffe aber, dass spätestens zur Campingsaison das Restaurant wieder geöffnet ist“, so Fähring.

Würden sie den Schritt noch einmal wagen? Sandra eher nicht, Michael ja: „Von ganzem Herzen. Vielleicht eine Vereins- oder Musikkneipe“, sinniert er. „Wir bereuen das Jahr auf keinen Fall“.
Am Samstag, 18. November, gibt es um 20 Uhr in „Fröses Haus am See“ noch einen Höhepunkt: der Neuenkirchener Liedermacher Stephan Sundrup tritt mit seiner Band in seiner Heimat auf. Mit folkigen Popsongs, meist akustisch arrangiert, viele mit romantisch-humorvollen Texten.

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Haus am See 52.234896, 7.345326