Kantor Stefan Eicholt (l.) und Pfarrer Markus Thoms hoffen, dass sich das Spendenbarometer füllt. | Foto: Stefan Klausing

Die Renovierung der St.-Anna-Kirche soll im 2018 abgeschlossen sein und günstiger soll es am Ende auch noch werden. Ein kleiner Glücksfall für die Kirchengemeinde, denn durch die günstigere Sanierung werden nun die Kosten für die Reinigung der imposanten Orgel in Höhe von rund 150.000 Euro vom Bistum übernommen. „Die Zusage habe wir schon“, erklärte Pfarrer Markus Thoms im Pressegespräch. Während der jahrelangen Sanierungsphase des Kirchengebäudes hatte das 57 Register zählende Instrument durch den Staub und Schmutz der Handwerksarbeiten gelitten, so dass nun eine gründliche Reinigung für den Erhalt dieser in Westfalen einmaligen Orgel dringend erforderlich ist.

Im Gutachten des Bistums Münster heißt es wörtlich: Gegenwärtig ist die Orgel durch feine klebrige Stäube, Putzreste und grobe Stäube mit hohen Wollanteilen stark verschmutzt. Die elektrische Verkabelung an den Windladen ist vielfach mit Baumwolle ummantelt und Bedarf einer Erneuerung. Die Hochdruckwindlade ist sehr geräuschhaft und undicht. Diese muss abgedichtet und gedämpft werden. Einzelne sehr lange Pfeifenkorpusse neigen sich, hier fehlen stabilisierende Hochraster. Insgesamt macht die Orgel einen guten Eindruck – sieht man von der erheblichen Verschmutzung ab.

Eine der größten Orgeln im Bistum

Die Orgelpfeifen haben eine Reinigung dringen nötig.| Foto: Stefan Klausing


Alles in allem bescheinigt der Gutachter unbedingt den Werterhalt der Orgel, zumal die Neuenkirchener Orgel des Orgelbauers Romanus Seifert zu den größten Orgeln des Bistums zählt. Dadurch, dass sich die Kirchengemeinde nun die Kosten für die etwa alle 20 Jahre stattfindende Grundreinigung spart und zudem die Orgel komplett ab- und wieder aufgebaut werden muss, reifte in Kantor Stefan Eicholt die Idee, der Orgel mehr Volumen zu geben – sprich: mehr Bass. „Die Orgel ist zwar sehr groß, aber für den großen Kirchenraum fehlt ihr noch ein nötiges voluminöses Fundament“, erklärt Eicholt. Diese breitere Klangbasis erreiche man, wenn man die bestehenden 57 Register mit den 4156 Pfeifen um das Register „Untersatz 32 Fuss“ erweitert.

Geplant war diese Erweiterung bereits für die letzte Reinigung im Jahr 2000, jedoch scheiterte es an den finanziellen Mitteln der Gemeinde. Weiterhin soll ein zweiter zusätzlicher und zudem fahrbarer Spieltisch – der Platz des Organisten – installiert werden. „Wir haben die Möglichkeit, einen gebrauchten Spieltisch aus St. Dionysius zu bekommen, allerdings musste die entsprechende elektrische Installation vorgenommen werden. Bei diesem mobilen Spieltisch bietet sich die Möglichkeit, Chöre in der Liturgie und bei Konzerten unten im Kirchenraum zu begleiten. So kann das Publikum den Interpreten nicht nur hören, sondern auch in Aktion erleben, wenngleich ein mobiler Spieltisch nicht die gesamte Bandbreite der Klaviatur abbilden kann.

Für diese Aufwertung der Seifert-Orgel werden 95.000 Euro benötigt. „Wir hoffen dieses Vorhaben verwirklichen zu können, sind aber auf Spenden angewiesen“, so Eicholt.
„15.000 Euro sind bereits gespendet worden und vielleicht können wir noch Gelder beim Bistum bekommen, aber zwei Drittel müssen wir mindestens selber leisten“, ergänzt Thoms. Den Spendenstand kann man am Spendenbarometer in der Kirche ablesen, dort befindet sich auch ein Spendenfach.

Spendenkonto der St.-Anna-Kirchengemeinde
Empfänger: Zentralrendantur Rheine
Verwendungszweck: Orgel St. Anna Neuenkirchen
IBAN: DE83 4006 0265 0003 9562 00