Auf dem Parkplatz an der Friedrich-Bülten-Straße soll die neue Mensa für die Emmy-Emmy-Schule und Ludgerischule entstehen. | Foto: Stefan Klausing

Es geht weiter voran mit der Mensa. Über den Sachstand informierte Bürgermeister Franz Möllering am Donnerstag gemeinsam mit Kämmerer Martin van der Zee und Bauamtsleiter Philipp Hänsel in einem Pressegespräch.

In der jüngsten Sitzung des gemeinsamen Bau- und Schulausschusses stand eine mögliche Belastung des Bodens und einer Kampfmittelgefährdung im Raum (Mitteilungsblatt berichtete). „Die Bodenproblematik ist geklärt, die Untersuchungen sind hier abgeschlossen“, erklärte Möllering. Diese hätten ergeben, dass es sich um normalen Bodenaushub handele, wie er auch in den übrigen Baugebieten vorzufinden sei. „Eine Stelle fiel in der ersten Untersuchung aus dem Rahmen, zwölf weitere Proben blieben aber unauffällig“, so Möllering. Zwar gebe es verschiedene Erdschichten aus Mutterboden und Sand, aber der Aushub könne einfach weiterverwendet werden, etwas für den geplanten Lärmschutzwall am Kreyenburger Spielplatz.

Auch zum Kampfmittelverdacht konnten erste Untersuchungen Entwarnung geben. Lediglich in einer Ecke des Baugrundstücks müsse der Kampfmittelbeseitigungsdienst den Boden öffnen und genauer nachsehen. Bei der Untersuchung des geplanten Gewerbegebietes in St. Arnold habe es ähnliche Stellen gegeben, dort seien dann Nägel, Hufe oder ähnliches zu Tage gekommen. Was sich am Westfalenring verbirgt bleibe abzuwarten.

Baubeginn Anfang Juli

„Die beiden Untersuchungen haben parallel zur weiteren Planung stattgefunden, so dass es dort keinen Aufschub gegeben hat und auch die Kosten bleiben unverändert“, so Möllering. In der Kalkulation waren bereits Puffer für solche Untersuchungen eingeplant, der Kampfmittelbeseitigungsdienst wird vom Land NRW getragen. Mit gravierenden Verzögerungen werde daher nicht mehr gerechnet. Der Baubeginn ist für die 28. Kalenderwoche (Anfang Juli) festgelegt.

Auf dem Parkplatz an der Friedrich-Bülten-Straße soll die neue Mensa für die Emmy-Emmy-Schule und Ludgerischule entstehen. | Foto: Stefan Klausing

Parallel zu den Untersuchungen wurde die Ausführungsplanung durch die beteiligten Planungsbüros weiter abgeschlossen, so dass in zwei Wochen (am 25. März) die ersten Gewerke öffentlich ausgeschrieben werden können. „Dies wollten wir zur Gelegenheit nehmen, um einmal über den Stand der Dinge informieren“, sagte Möllering am Donnerstag. Bis Ende Mai/Juni sollen demnach 80 Prozent der tatsächlichen Kosten verbindlich vorliegen. „Die Kostensicherheit ist ein wichtiger Punkt bei dem Projekt“, so der Bürgermeister.

Bei der Ausgestaltung sind noch ein paar Fragen offen geblieben, die sich aber nicht weiter auf den Baubeginn auswirken. So ist etwa noch offen, wo und wie die Bänke im Außenbereich angeordnet werden und ob es möglich sei, die eingebaute Bühne temporär mit mobilen Bühnenelementen zu vergrößern, so Möllering. Die Fragen hätten sich im „Arbeitskreis Mensa“ ergeben und werden nun geprüft. Insgesamt sei aber die Mitwirkung des Gemeinderates mit der Materialauswahl abgeschlossen. Einzig bei der Auftragsvergabe sei noch das Votum im nichtöffentlichen Teil der Sitzungen gefragt.

Kostenberechnung unverändert bei 6,07 Mio. Euro

Insgesamt bleibe aber die Kostenberechnung in dem Rahmen von 6,07 Millionen Euro, wie er im Rat am 9. Juli 2018 vorstellt wurde und schließlich im Haushalt verabschiedet wurde. Demnach belaufen sich die Kosten für das reine Bauwerk (Kostengruppe 300) auf 2,3 Mio. Euro, die Technischen Anlagen (KG 400) auf rund 1,66 Mio. Euro. Hinzu kommen noch die Erschließung (KG 100, 118.000 Euro), die Außenanlagen (KG 500, 556.000 Euro), die Ausstattung (KG 600, 100.000 Euro) sowie die Baunebenkosten, Architekten- und Ingenieurleistungen (KG 700) von gut 1 Mio. Euro sowie Nebenkosten (Projektsteuerung, Gutachterleistungen, Versicherungen, Prüfstatik) in Höhe von 241.000 Euro, und eine jährliche Kostensteigerung von vier Prozent und Risikorückstellungen von fünf Prozent sowie Projektvorlaufskosten. (Mitteilungsblatt berichtete). (Die komplette Aufstellung kann man im Ratsinformationssystem hier auf Seite 15 einsehen).

Schullandschaft hat sich verändert

Die Verwirrung um die lange kursierenden Kosten für eine Mensa in Höhe von 2,8 Mio. Euro stammen noch aus einem Entwurf eines anderen Architektenbüros und bezifferten die reinen Baukosten ohne Ausstattung, so die Vermutung der Verwaltung. Zudem lag dem Entwurf aus 2015 eine andere Grundlage vor. „Damals stand die Frage im Raum, ob man eine Mensa im Schulgebäude unterbringen könnte oder nicht, auch hat sich die Schullandschaft in Neuenkirchen ein wenig verändert“, so Möllering.

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Emmy-Noether-Schule

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Emmy-Noether-Schule 52.239252, 7.373039

 

Der Wandel zur Emmy-Noether-Schule, die Ganztagsbetreuung und auch die Entwicklung der Schülerzahlen spielen dabei heute eine ganz neue Rolle, so dass es schließlich zu dieser neuen Mensa mit untergeordneter Nutzung als Veranstaltungshalle gekommen ist. Die Mehrkosten für die Nutzung als Veranstaltungshalle belaufen sich übrigens auf rund 350.000 Euro für eine Saalbestuhlung, ein größeres Foyer sowie Garderobe und mehr Toiletten und ein separater Cateringbereich, die auch den Schulen bei größeren Veranstaltungen zu Gute kommen.

Gespräche mit Initiatoren des Bürgerantrags

Warum sich die Initiatoren des Bürgerantrages gegen den Ratsbeschluss für die Mensa immer noch auf die eine Lösung für knapp 3 Mio. Euro berufen, entbehre jeder Grundlage. „Wir haben in Kürze einen Gesprächstermin, aber bisher konnten mir keine konkreten Zahlen vorgelegt werden. Ich bin gespannt“, so Möllering.

Die jetzt geplante Mensa versorgt künftig bis zu 500 Schüler in zwei Schichten aus der Emmy-Noether-Schule und der Ludgerischule. Nach jetzigen Erkenntnissen ist damit auch in den nächsten Jahren zu rechnen, im laufenden Schuljahr werden aktuell insgesamt rund 400 Schüler in drei „Übergangsmensen“ beköstigt. Sollten in Zukunft mehr als 500 Schüler mittags verpflegt werden, sei dieses organisatorisch möglich, ergänzt Kämmerer Martin van der Zee. Dann würden sich beispielsweise die Schüler auf drei Ausgabezeiten verteilen. Aktuell liege die Teilnahmequote an der Mittagsverpflegung etwa bei 50 Prozent.

32 Parkplätze fallen weg

Ein weiterer Punkt, der den Neuenkirchenern immer wieder ein Dorn im Auge ist, ist der Wegfall der Parkplätze. 32 Parkplätze fehlen künftig an der Dreifachsporthalle, 18 verbleiben und können auch nach 22 Uhr genutzt werden. „Bis 22 Uhr stehen bei Veranstaltungen jedoch insgesamt rund 50 Parkplätze auf dem Schulgelände zur Verfügung“, erklärt Bauamtsleiter Philipp Hänsel. Die Lehrer der Ludgerischule parken künftig an der Friedenstraße und auch im Umfeld sollen Gespräche geführt werden, so dass die gewerblichen Parkflächen bei Veranstaltungen mitgenutzt werden könnten.

Im Herbst 2020 soll die neuen Mensa an der Friedrich-Bülten-Straße fertiggestellt sein.

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