Jeder Handgriff muss sitzen, daher sind solche Übungen enorm wichtig. | Foto: Kösters

Samstagnachmittag, kurz nach 16 Uhr: Sieben schwere Fahrzeuge nähern sich mit Blaulicht einem Wohnhaus an der Friedenstraße. Für die Anlieger und Bewohner des Caritas-Seniorenwohnheims nebenan eine ungewohnte Abwechslung: brennt es in dem leer stehenden Haus?
Das Erdgeschoss ist verraucht. Gibt es Verletzte im Haus?

Die gut 50 Feuerwehrleute teilen sich professionell auf: Löschwasser-Versorgung sicherstellen – gottseidank gibt es Hydranten beidseitig des Hauses, in der Industrie- wie in der Friedenstraße. Personensuche und Menschenrettung aus dem brennenden Haus. Absicherung des fließenden Verkehrs – heißt: kurzzeitige Vollsperrung der Friedenstraße, Autos werden über die Wiesen-, Friedrich-Bülten- und Overbergstraße umgeleitet.

Alles „nur eine Übung“

Zum Glück „nur“ eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen. Das Szenario, das die Hauptbrandmeister Michael Küsters und Franz Bernd Evers ausgearbeitet hatten, war jedoch durchaus realistisch. Dass es um ein Übungsmanöver geht, wussten die Kameraden. Nicht jedoch, was sie erwartet. „Wir haben drei Trupps in alle drei Stockwerke geschickt. Sie haben mit schwerem Atemschutz das ganze Haus durchkämmt und keinen vermissten Verletzten angetroffen!“, wunderte sich der Verantwortliche für die Menschenrettung, Jürgen Bischoff. Aber halt! Es gab noch einen zweiten Keller unterhalb des Anbaus, der nur durch den Wintergarten zugänglich war, nicht verbunden mit dem alten Keller.


Zugang war verraucht

Das Problem: der Zugang war durch den Rauch so gut wie nicht zu finden. Dort wurde der Bewusstlose, in diesem Fall eine Feuerwehr-Puppe, gefunden. Währenddessen wurde durch einen Überdruck-Lüfter der Rauch aus dem Haus verdrängt. Nach der Menschenrettung hieß es sofort: Wasser marsch! Bei den Löscharbeiten konnte sich die Jugendfeuerwehr bewähren. „Uns war es wichtig, dass die Jugend nach der Theorie einmal einen realistischen Fall verantwortlich mit übernimmt. Und sie haben ihre Sache gut gemacht“, lobte Küsters später.

Nur mit Atemschutz konnten die Räumlichkeiten betreten werden. | Foto: Kösters

„Wir sind im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit der Übung“, lobte der Einsatzleiter, Gemeindebrandinspektor Rolf Bücker, in der Manöverkritik. Weitere Details wurden intern besprochen. Die erfolgreiche Übung endete im Gerätehaus bei kalten Getränken und Klängen vom Musikzug unter Leitung von Klaus Schmittwilken.

Die nächste Übung wird die „große“ Jahresübung gemeinsam mit dem DRK und der DLRG am 4. Mai 2019 sein.