Nein, schöner hätte es nicht sein können. Laue 20 Grad und Sonne pur herrschten am Sonntag zum Neuenkirchener Frühling. Volles Haus in der Fußgängerzone – Neuenkirchens „Gute Stube“.
Gut 25 Stände und Gruppen boten viel österliches und frühlingshaftes Kunsthandwerk, Gartendekoration und Leckereien an: Gestricktes, Gehäkeltes, Geschnitztes, Gemaltes, edle Vogelhäuser aus Holz, farbenfrohe Kissen für drinnen und draußen, Kuscheltiere, Armreifen, Anhänger und Halsketten, sogar elegante Kleinode aus Beton für den Garten – alles handgemacht. Genauso wie die kulinarischen Spezialitäten: Marmeladen, Säfte, Yoghurt-Whips, gebratene Champignons, Bratwurst, Waffeln. Eine Frühlingspracht für Auge und Gaumen.

Seit genau zehn Jahren ist das „Dicke Ei“ das Wahrzeichen des Frühlingsfests und auch danach in der Osterzeit der Hingucker in der Fußgängerzone. 2006 wurde der frühere „Tulpensonntag“ um einige Attraktionen erweitert und in „Neuenkirchener Frühling“ umbenannt. Dazu fertigten Neuenkirchener Kaufleute unter der Leitung von Vinzenz Borken das große blaue Ei in fünf Wochen. Neben Mitgliedern des Kunstkreises haben Kinder aus Grundschulen und Erwachsene aus der Gemeinde für das Ei Bildideen entworfen und übertragen. Jedes Jahr kommen neue hinzu – nun ist es voll.


Allerlei angeboten

Das Künstlercafé war draußen und drinnen gut besucht, es gab selbstgebackene Kuchen. Der Ortsjugendring briet Champignons, bei den Roten Husaren gab es kalte Getränke. Der Hegering informierte in seinem „Lernort Natur“-Mobil Jung und Alt über die heimische Tierwelt. Die Volkstanzgruppe des SuS, immer eine Augenweide in ihren historischen Kostümen und Kappen, tanzte an mehreren Orten. Die Elfen „La Belle“ stelzten hoch über den Köpfen der Menschen und erzeugten eine feenhafte Atmosphäre.

Besucher aus Rheine bis Ochtrup, Ladbergen bis Listrup – der Neuenkirchener Frühling ist und bleibt ein Magnet. Die Straßen um den Ortskern und der Rathausplatz boten ein Meer an Fahrrädern. „Neuenkirchen hat das erste Frühlingsfest im Jahr. Das merken wir deutlich, wir stellen uns immer auf einen verstärkten Ansturm ein. Die Leute wollen endlich wieder raus“, bemerkte der Fischverkäufer später beim Abbau. „Zwischen drei und vier Uhr gab es keinen einzigen Stehplatz mehr im Laden“, bestätigte eine Verkäuferin vom Modegeschäft „caro“. Ob Fahrradhändler, Uhrmacher und Optiker, Boutiquen, Schuhhaus oder Café – dieselben positiven Resümees des verkaufsoffenen Sonntags.