Die ersten zogen schon am Vormittag lautstark durchs Dorf: Karawanen mit ihren Bollerwagen, voll gespickt mit Getränken und jeder Menge Dezibel. Ab halb elf Uhr kommen sie nach und nach alle auf dem Radweg an den roten Trichtern an. Und dann wurde es von allen Seiten voll. Viele zogen gleich weiter zu den Aawiesen nach Wettringen. Es war ein Kommen und Gehen, selbst am Nachmittag, als die ersten schon wieder nach Rheine oder Mesum zurückzogen, schoben sich die Nachzügler in Richtung Offlumer See. Alle „Bollerwagen“ sind für viele Gruppen auch Statussymbol: eigens für den 1. Mai gebaute Fuhrwerke, kreativ bemalt, mit leistungsstarken Verstärkern und Lautsprechern, mit Kühlanlage und Zapfanlagen waren dabei.

Die Polizei verzeichnete drei Einsätze am Offlumer See, teilte Polizeipressesprecher Reiner Schöttler auf Anfrage mit. Jedoch blieben zwei ergebnislos. Gegen 16 Uhr wurde die Polizei zum Offlumer See gerufen. Drei Jugendliche im Alter von 16, 19 und 22 Jahren waren in Streit geraten, die in einer körperlichen Auseinandersetzung endete. Es wurden Platzverweise erteilt sowie eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gefertigt. Im Vergleich zu den Vorjahren ein ruhiger 1. Mai in Neuenkirchen, im gesamten Kreis Steinfurt gab es 21 feiertagsbedingte Einsätze.


So sieht es auch Bürgermeister Franz Möllering, der selbst ein paar mal vor Ort nach dem Rechten gesehen hat. „Es waren nicht weniger Besucher als in den Vorjahren und die Veranstaltung lief planmäßig, das Konzept, was die letzten Jahre erarbeitet wurde, hat sich bewährt“, so das Fazit des Bürgermeisters. Klar bleibe am Ende immer wieder reichlich Müll liegen, aber „der wird nun beseitigt und dann ist gut“, sagte Möllering am Donnerstagmorgen. Nach seinen Informationen musste eine Person nach einem Sturz ins Krankenhaus gebracht werden, ansonsten habe es keine größeren Verletzungen gegeben. Auch die Umleitung um den See für die Anwohner „Zur Helle“ hat gut funktioniert, hier gab es keine Missverständnisse, es wurde gegenseitig Rücksicht genommen.

Mit Beiträgen von Stefan Köster, Stefan Heuermann und Stefan Klausing.