Hanne Schütte freut sich auf die Öffnung der Gaststätte. | Foto: Heuermann

Auch wenn alle Großveranstaltungen bis Ende August abgesagt sind, die Gastronomie nimmt langsam wieder Fahrt auf. Erst einmal mit angezogener Handbremse, wenn man Hanne Schütte, Inhaberin der Gaststätte „Alte Marktschänke, so zuhört. „Ich weiß noch nicht wie es weiter geht“, war ihre Aussage beim Interview am Montagnachmittag.

Alte Marktschänke hat am Donnerstag eröffnet

Am Donnerstag hat sie zum ersten Mal nach rund acht Wochen Zwangsschließung die Tür zur Gaststätte wieder geöffnet. Die Küche wird zunächst in reduzierter Form betrieben. Im Innenraum gibt es aktuell neun Tische, weitere neun im Wintergarten vor der Gaststätte und sechs Tische im rückwärtigen Biergarten. Die Anzahl der möglichen Personen ist durch die gesetzliche Regelung vorgegeben, immer mit Einhaltung des Abstandsgebots und der Umsetzung des Infektionsschutz- und Hygiene-Konzepts. Buffet-Angebote mit offenen Lebensmitteln darf es nicht geben.

Mundschutz und Listen sind Pflicht

Überall gibt es Hinweisschilder für die Gäste, die auf die besonderen Bedingungen aufmerksam machen sollen. Desinfektionsspender hängen an den Eingängen. Die Gäste müssen beim Betreten, natürlich verpflichtend mit Mund-Nasen-Schutzmaske, die Hände desinfizieren. Sie bekommen dann ihren Platz zugewiesen. Jeder muss seinen vollständigen Namen, Telefonnummer und seine E-Mail-Adresse (falls vorhanden) angeben, um bei einer möglichen Infektion eines Gastes die Infektionskette nachverfolgen zu können. Die Listen mit den Adressen werden nach vier Wochen vernichtet, die Daten nicht archiviert.

Für die Bedienung und das Personal gilt die bedingungslose Maskenpflicht, jedoch setzt Hanne Schütte auf das Modell mit einer Plexiglasscheibe, „um unseren Gästen ein Lächeln rüberbringen zu können“. Während die Gäste an den Tischen sitzen, um zu trinken oder Speisen einzunehmen, besteht keine Maskenpflicht. Sobald sie den Platz verlassen, müssen sie eine Maske tragen.

Thekenbetrieb ist untersagt

Thekenbetrieb ist aufgrund der aktuellen Situation nicht möglich, da die notwendigen Abstände nicht eingehalten werden können. Die Personaldecke ist auch erst einmal runtergefahren, da Hanne Schütte noch nicht genau weiß, wie es wieder anläuft nach der achtwöchigen Schließung.

Reservierungen sind noch nicht möglich

Reservierungen von Gesellschaften und Vereinen muss Hanne Schütte mit einem Achselzucken begegnen, kann sie doch keine verbindlichen Zusagen treffen. Die Vereine müssen aktuell auf gesellige Kegelabende auf den Kegelbahnen verzichten, da diese außer Betrieb sind. Bis zum 31. August sind zunächst alle Versammlungen und Veranstaltungen im öffentlichen Bereich untersagt. So auch das Schützenfest der Heithöker, wo Hanne Schütte Vereinswirtin ist. Auch die große Kirmes vor den Toren der Gaststätte fällt in diesem Jahr dem Corona-
Virus zum Opfer.


Gaststätte Dörper Berg bleibt geschlossen

„Unter diesen Voraussetzungen und Bedingungen, die erfüllt werden müssen, können wir nicht öffnen“, hieß es vom Inhaber der Gaststätte Dörper Berg. „Wir sind nun mal ein kleiner Betrieb. Wenn ich diese Vorkehrungen treffen muss, dann kann ich das nicht mehr wirtschaftlich betreiben“, heißt es weiter.

Die Gaststätte Dörper Berg bleibt zunächst geschlossen. | Foto: Heuermann

Der Betrieb der Kegelbahnen ist aktuell untersagt genau wie der Thekenbetrieb. Ein gutes Standbein für die Gaststätte Dörper Berg sind nun mal die Kegelbahn und auch das Frühstücksbuffet. Alles Dinge, die in Corona-Zeiten nicht erlaubt sind. Ein Großteil der Stammkundschaft gehört zur „Corona-Risikogruppe“, daher ist die Befürchtung des Inhabers, dass genau diese Kunden aus Angst vor einer möglichen Infektion wegbleiben. Somit bleibt die Gaststätte vorerst geschlossen.

Außer-Haus-Service bei Thies42

Gastronom Bernhard Thies hält sich mit dem Außer-Haus-Service über Wasser.  Foto: Heuermann

Auch wenn durch die Öffnung langsam wieder Leben in die Gastronomie kommt, Thies42 in Sutrum-Harum bleibt aktuell beim Außer-Haus-Service, das Restau-rant ist zunächst weiterhin geschlossen. „Das ist nichts Neues, das war die letzten zweieinhalb Jahre auch schon so“, bestätigt uns Inhaber Bernhard Thies. „Wir warten jetzt auf die Lockerungen bei den Veranstaltungen, wie immer die auch aussehen.“ Die Anforderungen sind so hoch, dass es sich nicht lohnen würde, für die wenigen erlaubten Sitzplätze die Küche hochzufahren und das Personal zu beschäftigen.

Die ganz großen Veranstaltungen fehlen

Viele Veranstaltungen und Feierlichkeiten sind bereits in den Herbst, teilweise schon in das nächste Jahr verlegt, weil keiner der Gäste Lust hat, unter den aktuellen Bedingungen eine Feier auszurichten. Kein ABI-Ball, kein Schützenfest, keine Hochzeit, kein runder Geburtstag, das ist schon ein trauriges Bild. Die Gastronomen müssen aktuell sehen, wie sie diese schwierige Situation meistern. Viele haben Fördergelder beantragt, welche als Einmalzahlung zu sehen sind. Darüber hinaus hat es keine weiteren Gelder oder Zuschüsse für die Gastronomie gegeben.

Wirtschaftlicher Unsinn

Bernhard Thies hat seit einigen Wochen einen Außer-Haus-Service eingerichtet, „mit gutem Erfolg“, wie er uns im Interview bestätigt. Seine Gäste finden diese Art der Kundenbindung „toll“ und muntern den Gastronomen zum Weitermachen auf. Für Thies ist das eine Sache, damit er sich „über Wasser halten kann“. „das ist für mich eine gute Sache, das kann ich gut vorbereiten und gut alleine machen in der Küche.“ Ich kann die Angestellten unmöglich jetzt aus der Kurzarbeit zurückholen, für ein Restaurantgeschäft, wo nichts übrig bleibt, das ist
wirtschaftlicher Unsinn“ sagt er abschließend.

Clemenshafen hat geöffnet

Ein beliebtes Ausflugsziel ist das Landgasthaus Clemenshafen in St. Arnold. | Foto: Heuermann

Seit Mittwoch hat das Landgasthaus Clemenshafen (Familie Ostermann) wieder geöffnet, „endlich dürfen wir wieder arbeiten“, heißt es auf der Ansage auf dem Anrufbeantworter, natürlich nur unter Einhaltung der Mindestabstände und der Hygienemaßnahmen. Alllerdings müssen die Gäste sich anmelden, um einen Tisch zu reservieren.