Am Pfingstmontag tummelten sich im Bereich der Gastronomie zahlreiche Gäste auf den Treppenstufen.

Pfingstmontag, 27 Grad, die Sonne scheint: ab zum Offi! Das dachten sich auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Neuenkirchen und Umgebung, ist es doch herrlich auszuhalten am Naherholungsgebiet im Neuenkirchener Westen. Aufgrund der Corona-Pandemie war der Strand des Offlumer Sees von der Gemeinde Neuenkirchen mit Flatterband und Bauzäunen offiziell abgesperrt. Da schauten einige Besucher schlicht in die Röhre, wollten sie sich es doch in Ufernähe so richtig bequem machen. Sie standen vor der Absperrung und mussten mit ansehen, wie sich die Gäste der „Ewige Liebe“ frei bewegen konnten innerhalb eben genau der Absperrung, die ihnen den Zutritt verweigerte.

Strandpromenade gesperrt

Der Betreiber der „Ewige Liebe“ hat aktuell eine Vereinbarung mit der Gemeindeverwaltung, dass er aufgrund der gesetzlichen Vorgaben Tische und Stühle bis an die Treppenstufen hinter der Strandpromenade stellen darf. Dies wird vom Ordnungsamt geduldet, da die Strandpromenade derzeit für den Durchgangsverkehr gesperrt ist.
Diese Duldung wurde seitens des Betreibers der Gastronomie ohne Absprache mit dem Ordnungsamt ausgeweitet, so dass nicht nur auf der gesamten Promenade Tische und Stühle aufgestellt wurden, sondern auch Liegen auf den Treppenstufen zum Seeufer platziert wurden. Somit war er perfekt, der Privatstrand mit Seeblick, leider nur für Gäste der Gastronomie.

Facebook-Kommentare

Das Vorhaben schlug hohe Wellen in den Sozialen Medien. So war die Meinung von Grägor Kamler in Facebook: „Und dann gibt es noch die Möglichkeit doch am Strand zu sitzen, aber nur wenn man Gast des Seecafés ist. Warum dürfen deren Gäste an den Strand, während es nichtzahlenden Besucher verwehrt wird?“ Das war für viele Besucher an diesem Tag unerklärlich und hitzte die Gemüter auf. Ähnlich sieht es auch Olaf Titlus: „Dass die Gäste des Cafés zum Strand runter dürfen und alle anderen nicht, verstehe ich auch nicht. Die „Gäste“ bekommen sogar Sonnenstühle gestellt und bedient wird auch auf der Promenade. Da drückt man scheinbar beide Augen zu“.


Mehr Aufwand

Chillen, Relaxen und Genießen im abgesperrten Bereich erhitzte die Gemüter am Pfingstmontag.

Dagegen wehrte sich Mitgesellschafter der „Ewige Liebe“, Volker Eixler, mit einem Kommentar: „Und anstatt es mal positiv zu sehen und zu bewerten so unqualifizierte Kommentare….dass wir aber unter wesentlich mehr Aufwand … längere Wege zum Gast höhere Personalkosten… Mitarbeiter verdienen statt 60% Kurzarbeitergeld wieder normal… finanzielle Aufwendungen etc. Möglichkeiten geschaffen werden, die Aussicht zu genießen auf den See, um auch für uns NUR eine schwarze Null zu erreichen um uns am Markt zu halten…da ja hier von Kleinunternehmer gesprochen wurde ist ja bestimmt die Soforthilfe in Höhe von 9000., Euro genutzt worden…(wir haben jedenfalls nichts bekommen und kämpfen)“

Besuch vom Ordnungsamt

Wie uns die Betriebsleiterin der „Ewige Liebe“, Manuela Lammert, mitteilte, wurden auf den Treppenstufen Klapp- und Liegestühle platziert. „Jedoch sind keine Gäste bis runter an den See gelaufen“, versicherte sie uns am Telefon. Am Dienstagnachmittag wurden in einem klärenden Gespräch zwischen Betreiber und dem zuständigen Ordnungsamt der Gemeindeverwaltung die offenen Punkte angesprochen.
Die Aktion am Pfingstmontag hat für viel Unmut in der Bevölkerung gesorgt. Seit Dienstag ist der Strand wieder von der Gemeinde geöffnet worden. Daher ist das Problem gelöst. Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass sich die Gäste der „Ewige Liebe“ und auch die Strandgäste an die vorgeschriebenen Hygiene- und Infektions-standards halten werden, um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern.