Die Gala-Veranstaltung der Roten Husaren für 2021 ist abgesagt. | Grafik: Heuermann

 

Im Zuge der allgemeinen Entwicklung der CoVid19-Pandemie sieht sich das Tanzkorps Rote Husaren Neuenkirchen gezwungen, seine traditionell am zweiten Januarsamstag stattfindende große Galaveranstaltung „Die Roten Husaren präsentieren…“ für 2021 abzusagen. Diese Entscheidung reiht sich in lokale Absagen etwa der Schützenfeste, des Flohmarkts, der Rassegeflügelausstellung oder der Kirmes ein, aber auch in das überregionale Aus für den Kölner Rosenmontagszug oder Weihnachtsmärkte.

Wie von der Vorstandschaft des Neuenkirchener Aushängeschilds zu erfahren war, hat man es sich mit der Entscheidung nicht leichtgemacht. „Wir haben geschoben, überlegt, geplant, Alternativkonzepte durchgespielt und vor allem gehofft, dass es mit der Gala am 9. Januar 2021 doch noch irgendwie klappen kann. Aber es führt kein Weg an einer Absage vorbei.“, berichtet sichtlich enttäuscht Susanne Fischer, 1. Vorsitzende der Roten Husaren. Besonders bitter ist für Fischer, dass es seit der ersten Gala am 13. Januar 1979 die erste Absage dieser bekannten Veranstaltung ist.

Entscheidung musste getroffen werden

Da der Zukunftsblick in die magische Kristallkugel auch den Roten Husaren nicht gelang, müssen diese auf der Grundlage der heutigen Corona-Schutzverordnung faktische Entscheidungen treffen. Ein genehmigungsfähiges Hygienekonzept würde der Veranstaltung eine derart limitierte Dimension zugestehen, was gestiegene Aufwände der Veranstalter einerseits und reduzierte Besucherzahl andererseits bedeutet, dass die Gala nach Aussagen der Husaren für ihren Verein wirtschaftlich nicht tragbar ist. Immerhin fehlen dem Verein bereits die Einnahmen aus seinem bundesoffenen Tanzturnier, das vom Dachverband Bund Deutscher Karneval ersatzlos gestrichen wurde, oder den Verpflegungsständen auf den Neuenkirchener Märkten. Auch die Aussicht auf Auftritte der bekannten Tanzgruppierungen auf Karnevalsveranstaltungen ist alles andere als rosig.


Vereinsleben läuft auf Sparflamme

„Unser Vereinsleben läuft auf Sparflamme und auch unser Herzstück, das Tanztraining, ist mehr als limitiert, so dass wir leider nicht im Geringsten vom gewohnten Trainingsstand ausgehen können.“, so Melanie Hagemann-Mohr, sportliche Leiterin. Wenn monatelang Sporthallen für Vereinssport gesperrt sind, danach nur kleine Gruppen gemeinsam trainieren können und für die Kontaktsportarten, zu denen nun mal der Karnevalistischer Tanz zählt, besonders scharfe Vorgaben herrschen, wundert dies wohl niemanden. Dass die ebenso erfolgsverwöhnten wie mit imponierender Trainingsdisziplin ausgestatteten Tanz-Asse der Roten Husaren überhaupt während dieser schwierigen Zeit voller Restriktionen am Ball bleiben, ist mehr als respektabel: so dehnen sich Mariechen im Duo oder korrigieren sich Kleingruppen der großen Garden in Videokonferenzen. Alles weit von Normalität weg. „Das wirkliche, echte, typische, Husaren-Gemeinschaftserlebnis fehlt. Punkt.“, so Hagemann-Mohr weiter. Die Tanzturniere zwischen Lübeck und München, aus denen unzählige Male Rote Husaren als Sieger und Platzierte hervorgingen, sind bis mindestens Jahresende komplett abgesagt. Die davon abhängende Deutsche Meisterschaft im März wackelt. So können die Aktiven der Roten Husaren ihr Können kein bisschen zeigen.

Neben den Akteuren aus eigenen Reihen lebten die Galas der letzten Jahre auch von herausragenden externen Künstlern. Mit diesen als Veranstalter Absprachen zu treffen und am Ende Verträge zu schließen, die im Falle eines Falles ohne Einbußen wieder zu lösen wären, ist laut Organisationsteam der Roten Husaren unter Führung von Oliver Rauße grundsätzlich ein Balanceakt und in vielen Fällen am Ende ein Ding der Unmöglichkeit.

Wie so viele andere Veranstalter, Akteure, Verantwortliche richten auch die Roten Husaren ihren Blick hoffnungsvoll auf die Zukunft, wenn es hoffentlich am 8. Januar 2022 heißt „Die Roten Husaren präsentieren…“