Der Offlumer See wurde am 1. Mai wieder einmal zum großen Treffpunkt und zugleich zum Start-platz für viele Jugendliche aus Neuenkirchen und Umgebung. Rund 1.000 junge Leute kamen am Freitag ab 10 Uhr auf dem Parkplatz vor den Trichtertürmen zusammen, um mit ihren teils gigantischen Bollerwagen in Richtung Wettringen aufzubrechen.

Mit dabei waren auch in diesem Jahr wieder zahlreiche aufwendig gebaute Fahrzeuge. Viele davon waren bereits aus den Vorjahren bekannt und noch einmal technisch aufgerüstet worden. Andere Gruppen waren zum ersten Mal dabei, mussten sich mit ihren Konstruktionen aber keineswegs verstecken. Ob mit starkem Rasentraktor, Seniorenscooter oder handgezogenem Bollerwagen – die Karawane bot ein buntes Bild.

Schon vor dem Start wurde am Offlumer See kräftig gefeiert. Bier kam vielfach frisch vom Fass, gekühlt durch große Stromaggregate auf den Wagen. Klassische Getränkekisten waren dagegen eher selten zu sehen. Auch frisch Gegrilltes, Spiegeleier vom E-Herd, Flachbildschirme und kräftige Musikanlagen gehörten bei vielen Gruppen längst zur Grundausstattung.

Lautstärke ging bis an die Schmerzgrenze

Besonders auffällig war in diesem Jahr die Lautstärke. Viele Wagen waren technisch offenbar noch einmal deutlich aufgerüstet worden. Ein Maiwagen führte sogar einen zusätzlichen Anhänger mit großen Stromaggregaten und riesigen Lautsprechern mit sich. Wurde der Lautstärkeregler ganz nach oben geschoben, blieb in Offlum gefühlt kein Glas und kein Porzellan mehr an seinem Platz im Schrank. Wer an diesem sonnigen Feiertag Ohrstöpsel dabei hatte, war klar im Vorteil.

Nach rund zwei Stunden Feiern und Vortrinken setzte sich die Karawane um 11.53 Uhr in Bewegung. Die Jugendlichen bogen nach links auf den Bahndamm in Richtung Wettringen ein; der letzte Wagen des Zuges verließ um 12.39 Uhr den Parkplatz am Offlumer See. Ziel waren erneut die Aa-Wiesen, wo die Wettringer Bierfreunde ihr großes Mai-Event vorbereitet hatten. Die Stimmung war ausgelassen, das Wetter passte perfekt und die Teilnehmenden waren gut gelaunt unterwegs.

Wilde Müllentsorgung

Am Rand der Strecke zeigte sich allerdings auch ein bekanntes Problem: Nicht alle Jugendlichen nahmen ihre leeren Flaschen und Dosen wieder mit. Teils achtlos wurden diese weggeworfen. Für einige Kinder wurde das zur Gelegenheit. Sie sammelten Pfandflaschen und Dosen ein und sorgten damit zugleich dafür, dass Büsche und Natur von Leergut befreit wurden – eine Win-Win-
Situation für alle.

Auch aus Sicht von Ordnungsamt, Polizei, Security und DRK verlief der Tag weitestgehend ruhig. Birgit Brüning, Leiterin des Ordnungsamtes, die Kreispolizeibehörde, die eingesetzte Security-Firma und der DRK-Ortsverein zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf. Der DRK-Ortsverein war mit 17 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern den ganzen Tag vor Ort. Zu tun gab es nur wenig: kleinere Schnittwunden, einzelne Jugendliche mit zu viel Alkohol sowie Fälle von Dehydrierung aufgrund des sonnigen Wetters.

Positives Fazit der Einsatzkräfte

Der gemeinsame Tenor der Einsatzkräfte fiel positiv aus: „Gut zufrieden, alles reibungslos geklappt.“ Auch die erstmals eingesetzte neue Security-Firma habe sich bewährt. Den Jugendlichen wurde insgesamt von allen Seiten ein gutes Benehmen und ein faires Miteinander bescheinigt. Einen Polizeieinsatz gab es dennoch am Freitagabend gegen 22 Uhr am Offlumer See. Dabei hatte ein 16-Jähriger einen Schlag ins Gesicht von einem unbekannten Täter bekommen. Nach Angaben der Polizei blieb es bei diesem einen Vorfall.