Ein festlich geschmücktes Zelt, gut gelaunte Gäste und jede Menge Erinnerungen: Der Schützenverein Sutrum-Harum hat am Freitagabend sein 200-jähriges Bestehen mit einem großen Festkommers gefeiert. Rund 900 Gäste waren der Einladung ins Festzelt bei „Thies 42“ gefolgt und erlebten einen Abend, der Tradition, Dankbarkeit und echte Vereinsfreude miteinander verband. Der 1. Vorsitzende Reinhard Berkemeyer und Festausschussvorsitzender Uli Stegemann begrüßten die Gäste im voll besetzten Festzelt. Schon zur musikalischen Einstimmung sorgten der Spielmannszug Sutrum-Harum und die Ehemaligen des Spielmannszuges für eine feierliche Atmosphäre. 

Die beiden Moderatoren Jörg Fischer und Timo Wiechers führten locker und unterhaltsam durch das Programm. Gleich zu Beginn nahmen sie das Wetter in den Blick: „Betrachtet man das Wetter, war es vor einiger Zeit viel zu nass, in den letzten Wochen deutlich zu heiß, doch heute zu unserem Jubiläum ist es nahezu perfekt.“

Festausschuss leistete ganze Arbeit

Nach den Klängen des Fanfarenzuges Aloysius aus Rheine richtete Vereinswirt Bernhard Thies seine Dankesworte an alle Beteiligten. Er dankte dem Vorstand, dem Festausschuss, den Königsbünden sowie den vielen Helferinnen und Helfern, die das Festzelt ausgeschmückt und den Festplatz hergerichtet hatten. Wie viel Arbeit hinter dem Jubiläumsfest steckt, machten beeindruckende Zahlen deutlich: Der Festausschuss mit seinen 23 Mitgliedern kam in 23 Sitzungen zusammen und investierte insgesamt 1.587 Stunden in die Vorbereitung.

Eine besondere Geste erklärte Reinhard Berkemeyer den Gästen: Gastgeschenke für die Vereine werde es an diesem Abend bewusst nicht geben. Stattdessen sollen nach dem Jubiläum Spenden an das Kinderhospiz in Münster, die Ludgerischule, die Lindenschule und das Franz-Wolters-Haus in Neuenkirchen übergeben werden. Diese Entscheidung wurde im Zelt mit viel Zustimmung aufgenommen und zeigte, dass der Verein auch über das eigene Fest hinaus Verantwortung übernimmt.

Bürgermeister Willi Brüning überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Neuenkirchen. Er lobte besonders die festliche Ausschmückung des Ortskerns und der Marschstrecke für den Sternmarsch. „Ihr habt Neuenkirchen noch schöner gemacht“, sagte Brüning und brachte damit auf den Punkt, was viele Besucherinnen und Besucher an diesem Wochenende empfanden. Anschließend folgten zahlreiche Glückwünsche der anwesenden Gastvereine, die dem Schützenverein Sutrum-Harum herzlich zum 200-jährigen Bestehen gratulierten.

Gesang von Spielmannszug und Ehemaligen

Für Stimmung sorgte erneut der Spielmannszug Sutrum-Harum gemeinsam mit den Ehemaligen unter der Leitung von Tambour Helmut Dirkes. Die Musik ließ die Atmosphäre im Zelt spürbar aufleben. Begrüßt wurden zudem die amtierenden Majestäten, die Jubelkönige, der Jubelkaiser sowie weitere Ehrengäste. Auch die Tanzgarden des Schützenvereins traten auf: Kindergarde, Juniorengarde und Prinzengarde zeigten ihre Tänze und erhielten viel Applaus. Die Prinzengarde konnte bereits im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern.

Dass die aktiven und ehemaligen Mitglieder des Spielmannszuges nicht nur ihre Instrumente beherrschen, sondern auch stimmgewaltig gemeinsam singen können, bewiesen sie ebenfalls auf der Bühne. Mit dem lautstark vorgetragenen Stimmungslied „Auf der Elbe“ brachten sie das Festzelt zum Beben und sorgten für einen der besonders herzlichen Momente des Abends.

Rückblick auf 200 Jahre Vereinsgeschichte

Ein weiterer besonderer Gruß galt sieben ehemaligen Vorsitzenden des Schützenvereins Sutrum-Harum, die an diesem Abend ebenfalls begrüßt werden konnten. Zwischendurch spielte der Fanfarenzug Aloysius noch einmal auf, bevor Jörg Fischer und Timo Wiechers auf 200 Jahre Vereinsgeschichte zurückblickten. In gestraffter Form, aber mit großem Respekt vor den Gründungsmitgliedern und der Geschichte des Vereins, führten sie in rund 15 Minuten durch die Vergangenheit. Bilder und Fotos auf der Leinwand machten den Rückblick lebendig und erinnerten daran, wie tief der Verein in der Bauerschaft und in der Gemeinde Neuenkirchen verwurzelt ist.

Zu einem weiteren Höhepunkt wurde die Aktion „Sutrum-Harum grüßt die Welt“. Schützenbrüder hatten die Vereinsfahne mit in den Urlaub genommen und an vielen Orten fotografiert oder gefilmt. Insgesamt wurden 150 Fotos und 3 Videos eingereicht. Weil so viele Beiträge zusammenkamen, entschied am Ende das Los über die Gewinner. Zuvor wurden alle Einsendungen in einem beeindruckenden Kurzvideo auf der Leinwand gezeigt. Begleitet wurde der Film von einem eigens für die Aktion erstellten Lied mit der Zeile: „Harum zieht durch‘s ganze Land, von der Küste bis zum Alpenrand.“

Spenden für das Franz-Wolters-Haus

Am Ende durfte sich Guido Dirkes über 20 Liter Bier freuen, Stefan Ahmann gewann 30 Liter  Bier und Helmut Reinke erhielt 50 Liter Bier. Reinke nahm den Gewinn mit Humor und Herz entgegen. Beim gemeinsamen Verzehr des Gerstensafts mit Freunden solle ein Sparschwein aufgestellt werden, kündigte er an. Die Spenden daraus sollen dem Franz-Wolters-Haus zugutekommen.

Um 22 Uhr endete der Festkommers mit dem Einholen der Vereinsfahne durch das Offizierskorps, begleitet vom Spielmannszug Sutrum-Harum. Danach war der Abend aber noch lange nicht vorbei. Nahtlos ging es über in eine Partynacht im Festzelt mit Musik von Frank Bütergerds und Michael „Pico“ Bertels. So wurde aus dem offiziellen Festakt ein stimmungsvoller Jubiläumsabend, der vielen Gästen wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.