Polizei am Einsatzort am Kaisersweg. | Archiv-Foto: Lea Helene Kaumanns

Es wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den 55 Jahre alten Sohn der Toten erlassen. Die 79-Jährige war am 26. Juni 2019 tot in einem Brunnen auf ihrem Gartengelände aufgefunden worden. Es besteht der dringende Tatverdacht des Mordes, erklärt eine gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Münster, Kreispolizeibehörde Steinfurt und Polizeipräsidium Münster. Der 55-jährige Neuenkirchener wurde heute Morgen um 00:05 Uhr festgenommen.

Sohn soll seine Mutter ermordet haben

Bei der Toten wurde in einer Obduktion ein Hämatom festgestellt, das „durch einen Sturz, durch Rettungsmaßnahmen oder durch Fremdeinwirkung entstanden sein könnte“, wie Kommissionsleiter Kriminalhauptkommissar Joachim Poll bereits am 27. Juni 2019 erklärte. Der vorläufig festgenommene Sohn der Gärtnereiinhaberin wurde damals mangels dringenden Tatverdachts entlassen, aber war dennoch weiter im Zentrum der Ermittlungen. Mitte Juli 2019 erklärte der Vertreter des Pressedezernenten, Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape, dass die Untersuchung weiter andauert: „Der Sohn steht weiter im Fokus der Ermittlungen.“ Jetzt kommen die Ermittlungen zu dem Schluss, dass der Sohn seine Mutter ermordet hat.


An einem Gurt in den Brunnen gelassen

Der Sohn soll seine Mutter in der Nacht zum 26. Juni an einem Gurt über eine Leiter in den Brunnen runtergelassen haben. Er habe so den Tod der Frau durch Ertrinken in dem zwei Meter tiefen Wasser herbeigeführt, heißt es aus Kreisen der Staatsanwaltschaft Münster. „Die am Kopf der Leiche festgestellten Hämatome dürften nach den umfangreichen Spurensicherungen und -auswertungen der Mordkommission der 79-Jährigen außerhalb des Brunnens zugefügt worden sein“, erklärte der Oberstaatsanwalt weiter. „Anschließend soll der Tatverdächtige seine, durch den Angriff vermutlich wehrlose, Mutter in den Brunnen verbracht und dort getötet haben.“

Erbstreitigkeiten offenbar Mordmotiv

Hintergründe der Tat dürften nach den Erkenntnissen der Polizei in Erbauseinandersetzungen mit der Mutter begründet sein.„Als die 79-Jährige plante, Großteile ihres Grundbesitzes zu veräußern, sah der 55-Jährige möglicherweise sein Erbe und seine Pläne das Anwesen geschäftlich für eigene Zwecke zu nutzen, in Gefahr“, resümierte der Leiter der Mordkommission Kriminalhauptkommissar Joachim Poll das mögliche Mordmotiv. „Durch den plötzlichen Tod seiner Mutter soll er versucht haben, seine finanzielle Situation zu retten.“

Nach seiner Festnahme äußerte sich der 55-Jährige nicht zu den Vorwürfen. Er wird noch am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt.