Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Bürgerwindpark in einem Jahr in Betrieb sein. | Foto: privat

Seit 2011 laufen nun die Planungen für den Bürgerwindpark im Neuenkirchener Ortsteil St. Arnold. Seinerzeit sprachen ortsfremde Projektierer einzelne Flächeneigentümer im Raum Catenhorn/St. Arnold auf die Verpachtung von einzelnen Grundstücken zum Bau und Betrieb von Windenergieanlagen an. Doch man entschied sich damals gegen ein externes Projektierermodell. Stattdessen nahm man die Planungen in die eigenen Hände, um einen echten Bürgerwindpark (ähnlich wie im benachbarten Hollich) zu schaffen, teilt die Bürgerwind-Gesellschaft in einer Pressemitteilung mit.

Ziel im Auge behalten

Viel Arbeit, Ausdauer und Engagement haben die Initiatoren in den letzten sechs Jahren bewiesen. Ihr Ziel, einen waschechten Bürgerwindpark nach den Leitlinien des Kreises Steinfurt zu errichten, haben sie dabei nie aus den Augen verloren, auch wenn es lange Zeit keine Projektfortschritte zu verzeichnen gab und die tatsächliche Realisierbarkeit des Bürgerprojektes zwischenzeitlich höchst unklar war. „Wir wollen Erneuerbare Energien und Windenergie ist eine saubere, flächenschonende und äußerst effektive Form“, findet Tobias Tebbe, Landwirt und Geschäftsführer der Bürgerwindgesellschaft.

„Durch das Bürgerwindmodell haben wir zudem die optimale Chance, einer breiten Anzahl Bürgerinnen und Bürgern aus dem Raum Neuenkirchen / Rheine-Catenhorn eine interessante und zugleich lukrative Beteiligungsmöglichkeit anzubieten“, freut sich Stephan Deupmann. Er ist im Beirat der Bürgerwindgesellschaft und vertritt dort die Belange des Ortsteils St. Arnold. „Ein Windpark – geplant, errichtet und betrieben von Neuenkirchenern, für Neuenkirchener. Das ist Bürgerwind“, ist sich Deupmann sicher.


Meilenstein erreicht

Mit dem Erhalt der Baugenehmigung im Oktober diesen Jahres hat das Projekt einen entscheidenden Meilenstein der Projektplanung erreicht. Die aufwendigen Vorplanungen haben sich gelohnt und die ersten vorbereitenden (Bau-) Maßnahmen haben begonnen. Über 20 Millionen Euro investiert die Bürgerwind Neuenkirchen in die Errichtung von vier Wind-
energieanlagen des Anlagentyps „NORDEX N131/3300“ mit einem Rotordurchmesser von 131 Metern auf einer Nabenhöhe von 134 Meter. Nach heutigem Planungsstand sollen sich die Windenergieanlagen im Winter 2017/2018 erstmals drehen.

Die Anfragen aus der Neuenkirchener Bürgerschaft sowie dem Umfeld des Parks, sich finanziell am Bürgerwindpark vor Ort zu beteiligen, sind groß. Zahlreiche Interessenten haben bereits die Möglichkeit genutzt, um über die projekteigene Webseite www.buergerwind-neuenkirchen.de unverbindlich ihr Zeichnungsinteresse zu bekunden. Dies ist selbstverständlich auch weiterhin möglich. Die konkrete Bürgerbeteiligung startet erst dann, wenn ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) geprüftes Beteiligungsprospekt vorliegt. „Dies wird vermutlich frühestens ab Ende 2017 sein“, führt Sonja Reinke von der Bürgerwindgesellschaft ergänzend an. Ein Bankenkonsortium unter der Führung der Kreissparkasse Steinfurt mit Beteiligung der VR-Bank Kreis Steinfurt eG finanziert vorübergehend das benötige Eigenkapital vor.

Bürgerversammlung

Weitere Informationen zum Projekt allgemein sowie zur Bürgerbeteiligung soll es auf einer, für das erste Quartal 2017 im Raum St. Arnold geplanten, Bürgerversammlung geben. „Es ist uns ein Anliegen die Neuenkirchener Bürgerinnen und Bürger umfassend zu informieren und offene Fragen zu beantworten. Daher würden wir uns sehr freuen, wenn dann zahlreiche Bürger unserer Einladung folgen würden“, so Reinke.

www.buergerwind-neuenkirchen.de