Eine Projektgruppe aus Vertretern von kirchlichen Gruppen und Einrichtungen hat unter der Leitung von Pfarrer Markus Thoms (2. von links) und mit Unterstützung der regionalen Präventionsfachkraft, Yvonne Rutz (rechts), ein Institutionelles Schutzkonzept (ISK) für die Pfarrei St. Anna in Neuenkirchen erstellt.
Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

St. Anna hat sich an die Arbeit gemacht und ein Institutionelles Schutzkonzept, kurz ISK, zu Papier gebracht. In dem ISK, das alle Pfarreien des Bistums erstellen, sollen Maßnahmen festgelegt sein, mit denen das Risiko sexueller Gewalttaten in den kirchlichen Einrichtungen vor Ort gesenkt wird. Das fertige Schriftwerk liegt nun beim Kirchenvorstand, der das ISK für die Pfarrei St. Anna absegnen muss. „Danach tritt es in Kraft“, sagte Pfarrer Markus Thoms beim letzten Treffen des Arbeitskreises.

Zu diesem gehörten Vertreter von Gruppen und Einrichtungen wie der Messdienerleiterrunde, der Neuenkirchener Familien, der Erstkommunionkatecheten, des Kirchenvorstandes, der Ferienlager und die Verbundleitung der vier katholischen Kindertagesstätten, teilt das Bistum Münster mit. Eineinhalb Jahre hat sich der Kreis regelmäßig mit der regionalen Präventionsfachkraft für das Kreisdekanat Steinfurt, Yvonne Rutz, zusammengesetzt. Sie hat die Projektgruppe beratend begleitet und an den Sitzungen teilgenommen.

Dabei haben sich die Mitglieder an den vom Bistum vorgeschlagenen Bausteinen für ein Schutzkonzept entlanggehangelt, sie lokal überarbeitet und ergänzt. „Uns war es wichtig, dass unser Konzept möglichst kompakt formuliert, gut verständlich und vor allem praxistauglich ist“, erklärt Thoms. Deshalb stand die Projektgruppe immer im engen Austausch mit den Verbänden und Einrichtungen in der Pfarrei.


Unmissverständlich kommt in dem Papier zum Ausdruck, dass die Verantwortlichen in der Pfarrei Grenzverletzungen im Kontakt mit Schutzbedürftigen wie Minderjährigen oder Menschen mit Behinderungen nicht dulden. Um sexualisierter Gewalt vorzubeugen, wird die Bedeutung von Nähe und Distanz thematisiert sowie ein wertschätzendes Miteinander betont. Ein Augenmerk haben die Neuenkirchener zudem auf den Umgang mit sozialen Medien gelegt – Stichwort Cybermobbing.

Wichtig ist dem Arbeitskreis, dass alle Haupt- und Ehrenamtlichen in der Pfarrei vom ISK Kenntnis haben und die darin festgelegten Regeln einhalten. Bei Bewerbungsgesprächen werde künftig darauf geachtet, erklärte Thomas. Und auch alle anderen, die sich in Kinder- und Jugendgruppen engagieren, müssen sich in Schulungen qualifizieren.

Sobald der Kirchenvorstand dem ISK zugestimmt hat, soll es veröffentlicht werden. Unter anderem auf der Internetseite von St. Anna, in Auszügen aber auch im Aushang vor der Kirche. Dort ist auch zu erfahren, wer bei Fragen, Beschwerden oder Verdachtsfällen der richtige Ansprechpartner ist.

(pbm/gun)