Eindrücke vom Begegnungsfest im Park der Villa Hecking.

Eindrücke vom Begegnungsfest im Park der Villa Hecking. | Foto: Finke

Verschiedene Völker aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Kulturen, und doch, oder vielleicht deswegen, war es am vergangenen Sonntag ein herrliches Fest. Das zweite internationale Begegnungsfest von Flüchtlingen für Flüchtlinge im Park der Villa Hecking war ein großer Erfolg.

Zum passenden Zeitpunkt verschwanden die grauen Wolken und mit ihnen das Misstrauen. „Beim letzten Mal ging es hauptsächlich darum, erst mal die Angst voneinander wegzunehmen“, eröffnete Bürgermeister Franz Möllering um 15 Uhr die Veranstaltung. „Jetzt geht es um die Integration und ich bin sehr, sehr erfreut über die große Besucherzahl und dankbar für die Unterstützung des Kreises Steinfurt und allen ehrenamtlichen Helfern.“

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Auch Edmund Bischoff aus dem Organisationskomitee erinnerte sich: „Letztes mal saßen die Flüchtlinge und Neuenkirchener getrennt voneinander. Die einen auf der Seite, die einen auf der anderen.“ Doch davon war dieses Mal nichts zu sehen, wie ein einheitliches Volk lachten und hatten die Bürger Spaß. Der Neuenkirchener und stellvertretende Landrat Jürgen Coße (SPD) bedankte sich ebenfalls für die Unterstützung, er hatte „erst Angst vor dem Wetter,
doch nun können alle in Ruhe Kaffee und Kuchen genießen“.

Leckereien aus aller Welt probieren

Eindrücke vom Begegnungsfest im Park der Villa Hecking.

Eindrücke vom Begegnungsfest im Park der Villa Hecking. | Foto: Finke

Verhungern brauchte an diesem Nachmittag niemand: Neben Kartoffelpuffer mit Apfelmus gab es sage und schreibe über 40 Kuchen, darunter auch orientalische Süßspeisen wie Baklava. Und damit nicht genug, auch die Hobbyköche aus Eritrea, nordöstlich in Afrika, boten ein festliches Mahl an. Zum einen gab es „Tayta“, eine Art Pfannkuchen, welches man zusammen entweder mit Alischa – einem Gericht aus Karotten, Kartoffeln, Kohl und Zwiebeln – essen konnte oder aber Ades, einer Art Linseneintopf.


Zwar war alles kostenfrei, doch Spenden wurden gerne entgegen genommen. Diese kommen unter anderem für den Deutschunterricht oder Bücher für die Flüchtlinge zugute.

An Unterhaltung durfte es natürlich nicht fehlen, welches Bestandteil der Veranstaltung war. Neben der musikalischen Begleitung der Gruppe „Folkland“ unter der Leitung von Monika Koers und Leadsänger Jürgen Löbbers, gab es natürlich auch Musik der „anderen Seite“.
Eine syrisch-irakische Männergruppe sang das Musikstück „Helwa ya Baladi“ („Mein Land ist wunderschön“) und das Geschwisterpaar Alla (6 Jahre) und Nur (3) verzückte alle mit ihrem Lied „Umi“ („Mutter“).

Ein Theaterstück über die Flucht

Eine weitere Gruppe junger Männer führte ein sehr ergreifendes Theaterstück vor. Es erzählte die Geschichte über die Flucht nach Deutschland und seine Gefahren, der Tod war hier immer der Begleiter. Doch das Stück hatte ein Happy-End, mit Neuenkirchen am Herz tanzten alle fröhlich das Zusammensein, viele aus dem Publikum wurden mitgezogen zum Tanzen.

Ds Theaterstück zeigte die gefährliche Flucht. | Foto: Finke

Ds Theaterstück zeigte die gefährliche Flucht. | Foto: Finke

Hier wurde sehr deutlich, dass die Neuenkirchener und die Flüchtlinge nicht länger zwei getrennte Gesellschaften sind. Bestes Beispiel war hier auch Familie Schröder, die eine Patenschaft für die Familie Al Dalawi aus dem irakischen Dialay übernahm und seitdem eine große Familie sind. Sie haben sich zufällig beim Spazieren am Offlumer See getroffen, es war Winter und die Al Dalawis hatten keine Winterkleidung und sogar nur Sandalen an den Füssen.

„Wir sind sofort nach Hause und haben Kleidung besorgt“, erinnerte sich Frau Schröder. Ab dem Zeitpunkt war es zwischen den beiden Familien ein Geben und Nehmen. „Wir bekommen jetzt oft irakisches Essen“, schwärmten Schröders weiter. Auch zum Ende hin war die Veranstaltung noch sehr gut besucht und Edmund Bischoff gab freudestrahlend sein Fazit: “Wir haben gehofft, dass es so wird“.