Aufgrund hoher Trockenheit und unsachgemäßem Gebrauch von Holzkohlegrills wurden am vergangenen Samstag mehrere kleine unkontrollierte Feuer im Waldbereich südlich des Haarwegs in St. Arnold entdeckt und lösten einen Vollalarm bei der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen aus. So zumindest lautete das Übungsszenario, das sich Hauptbrandmeister Michael Küsters und Oberbrandmeister Franz Bernd Evers ausgedacht hatten. Eine Vorlage, die zu Beginn der Grillsaison durchaus zum Ernstfall werden könnte.

„Das Problem bei dieser Übung ist das unwegsame, mit Fahrzeugen nicht zugängige Gelände und gleichzeitig die Gefahr, dass aus diesen kleinen Brandherden sehr schnell ein großer Waldbrand entstehen kann“, erklärt Michael Küsters.

32 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen rücken aus, mit Einsatzleitwagen, Tanklöschfahrzeug TLF 3000, zwei Löschgruppenfahrzeugen, Logistik-Gerätewagen und erstmals auch mit dem neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20. Einsatzleiter dieser Übung, Rolf Bücker, betont, dass dieses neue Fahrzeug außer bei einer Übung noch nicht im Einsatz ist. „Die Ausstattung des Wagens, das für technische Hilfe und Verkehrsunfälle ausgerüstet sein wird, ist noch nicht vollständig. Außerdem muss noch eine Schulung stattfinden“ berichtet Bücker.


Löschwasser wird im Pendelverkehr herbeigeschafft

Doch hier ist nun erst einmal die Frage, wie diese Brandherde bekämpft werden sollen, wenn man mit den Fahrzeugen nicht herankommt. Diese logistische Herausforderung wurde von den Feuerwehrmännern recht zügig gelöst. Mit einem Pendelverkehr von Tanklöschfahrzeugen, die aus dem nächstgelegenen Hydranten in der Gerhard-Hauptmann-Straße im angrenzenden Wohngebiet Wasser heranholten, wurde an anderer Stelle die etwa 200 Kilogramm schwere Tragkraftspritze in Gang gesetzt, um damit aus dem Baggersee Wasser zu entnehmen. Hier wiederum kam das Problem hinzu, dass der Baggersee rund vier Meter tiefer liegt und somit erst einige Rohre aneinandergekoppelt werden mussten, bevor überhaupt Löschwasser nach oben gepumpt werden konnte. „Bis zu 7,50 Meter können wir mit dieser Tragkraftspritze überbrücken“, verriet Franz Bernd Evers.

Doch nicht die Höhe, sondern ein technischer Defekt an der Pumpe machte den Männern zu schaffen. Immer wieder wurde Luft mit angesogen, so dass das Wasser zurück in den See lief und nicht in die Schläuche gepumpt wurde. „Wir haben noch mehrere Tagkraftspritzen mit und könnten sie austauschen, was im Ernstfall auch sofort gemacht würde“, so Evers.Im Realfall würde, wenn erforderlich, nachbarschaftliche Löschhilfe mit mehreren Tanklöschfahrzeugen von Emsdetten, Rheine und Wettringen angefordert, um eine zügigere Löschwasserversorgung im Pendelverkehr aufbauen zu können.

Testen, wie weit die Möglichkeiten gehen

Auch der Aufbau einer Löschwasserversorgung von circa 2.000 Metern zur leistungsfähigen Hauptwasserleitung am Schwarzen Weg wäre in der Realität möglich. „Wir sind mit unserem Fuhrpark schon recht gut ausgestattet, wollten jedoch auch mal testen, wie weit unsere eigenen Möglichkeiten gehen. Aber grundsätzlich wird immer frühzeitig Verstärkung angefordert“, so das Fazit von Küsters.

Alles in allem wieder eine erfolgreiche Übung der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen. Die Handgriffe sitzen, die Tragkraftspritze muss repariert werden und die Grillsaison, mit hoffentlich umsichtigen Bürgerinnen und Bürgern, kann kommen.