Sprungpolster, Säbelsäge, Mehrzweckzug und Halligan-Tool dazu ein „brennender“ Bullenstall in Sutrum-Harum – Langeweile kam am Samstag bei der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen sicherlich nicht auf. Neben den Gruppenübungen und Unterrichtsstunden in den Wintermonaten, ist der Sommer geprägt von Übungen am Objekt. Seit einigen Jahren hat sich die Ganztagsübung in den Dienstplan der ehrenamtlichen Feuerwehrmänner- und frauen geschlichen, die am Samstag absolviert wurde.

Der Vormittag war am Gerätehaus geprägt von einer Stationsausbildung, bei dem einige der neueren Arbeitsgeräte kennengelernt und ausprobiert wurden. An der Station „Technische Hilfe“ wurde der Umgang mit der Säbelsäge vertieft, mit der im Einsatzfall Scheiben oder gleich das ganze Autodach entfernt werden können, um Personen aus einem Unfallfahrzeug zu retten. Ralf Stoltmann, Leiter der Feuerwehr, zeigte den richtigen Umgang mit dem Mehrzweckzug, der eingesetzt wird, wenn schwere Lasten zu versetzen sind oder ein verunglückter LKW gesichert werden muss. Dabei wurden verschiedene Anschlagspunkte (Bodenanker, Fahrzeug) ausprobiert und die Handhabung geprobt.

Ganztagsübung der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen am 26. August 2017. | Foto: Stefan Klausing

In der Fahrzeughalle durfte das Sprungpolster aufgeblasen werden, das mit dem neuen HLF20 Einzug in die Neuenkirchener Wehr gefunden hat. Das 3,5 mal 3,5 Meter große Luftkissen ist in knapp 30 Sekunden aufgeblasen und für Sprünge aus Höhen bis zu 16 Meter zugelassen. „Die erste Wahl sollte aber die Rettung über die Leiter sein“, erklärte Ausbilder Jürgen Bischoff. Bischoff gab auch einen kleinen Überblick über das Werkzeug im „Türöffnungsrucksack“. Dieser wird eingesetzt, wenn Personen hinter verschlossenen Türen vermutet werden. Der Einsatz wird meistens in Amtshilfe für den Rettungsdienst oder die Polizei durchgeführt.

Ein ganz anderes Werkzeug zur Türöffnung präsentierte Sven Volkert. Das Halligan (auch Holligan)-Tool ist für die weniger zerstörungsfreie Öffnung von Türen geeignet und kommt vornehmlich zum Einsatz, wenn sich die Einsatzkräfte in einem brennenden oder verrauchten Gebäude schnell Zutritt zur Menschenrettung oder für den eigenen Rettungsweg verschaffen müssen. Türen und Schlösser sind danach in der Regel nicht mehr zu gebrauchen.

Nach einer Stärkung in der Mittagspause, „brannte“ der Bullenstall auf dem Hof Heitkamp in Sutrum-Harum, wo alle noch einmal richtig ins Schwitzen kamen. Geübt wurde dort vor allem die Wasserversorgung in „offener Schaltreihe“ mit dem 5000-Liter-Faltbehälter vom Schlauchwagen. „Auch wenn diese Art in Neuenkirchen sehr wahrscheinlich nicht benötigt wird – sie dient im wesentlichen zum Überbrücken langer Wegstrecken – muss das Verfahren dennoch geübt werden, da mit dem Schlauchwagen im Katastrophenfall genau dieses Szenario andernorts sichergestellt muss“, erklärte Wehrführer Ralf Stoltmann.


Einsatzleiter Jörg Lünnemann | Foto: Stefan Klausing

Die lange Wegstrecke mit rund 20 B-Schläuchen führte vom Hydranten an der Mesumer Straße am Möbelhaus Kösters zur Hofstelle. Hier waren der Schlauchwagen und der Gerätewagen im Einsatz. Während der Übung musste der Verkehr dort geregelt, werden, das die Wasserleitung über die Mesumer Straße verlegt wurde.

Währenddessen hatten an der Hofstelle die übrigen Kameraden mit ihren Löschfahrzeugen alle Hände voll zu tun. Einsatzleiter Jörg Lünnemann setzte für den umfassenden Löschangriff auf ds Übungsobjekt sechs C-Rohre und zwei B-Rohre ein. Das Wasser, das zum einen über die lange Strecke vom Hydranten zum Hof geleitet wurde, kam auch von einem zweiten Hydranten an der Holtstiege/Listweg. Dieses wurde mit dem Tanklöschfahrzeug (TLF3000) im sogenannten Pendelverkehr zur Einsatzstelle gefahren.

Gegen 16 Uhr rückten alle Fahrzeuge wieder ein und nach der Nachbereitung der Fahrzeuge und Ausrüstung konnten die Feuerwehrleute gegen 17 Uhr zum wohlverdienten gemütlichen Teil übergehen.

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Hof Heitkamp 52.248042, 7.392082