„Ich dachte, beim letzten Mal wäre es schon voll gewesen, aber der heutige Abend sprengt den Rahmen. Mehr geht wirklich nicht mehr“, begrüßte Janis Große Wöstmann am Donnerstagabend die über 150 Gäste im Rathaus zur letzen Kulturveranstaltung diese Jahres mit den „Zucchini Sistaz“.

Drei musikalisch und künstlerisch junge Talente, in grün gekleidet – Zucchini eben – eroberten mit ihrem Programm schnell die Herzen der Zuhörer, bezogen diese in viele Dinge mit ein und zeigten ihr Können auf verschiedenen Instrumenten, mit ihrem dreistimmigen Gesang und einer gehörigen Portion Wortwitz.

„Wir sind vollkommen überwältigt, kommen weit rum, sogar bis nach Neuenkirchen“, spaßte Gitarristin Tina Werzinger und wollte erst einmal wissen, wer mit dem grünen Bus, der vor dem Rathaus steht, gekommen sei. Eine Gruppe aus Schöppingen, Mitglieder der dortigen Feuerwehrkapelle hatten sich auf den Weg nach Neuenkirchen gemacht. „Den nah- und weitgereisten Ohren wünschen wir heute viel Spaß!“

Sessionale Haustiere

Und dann legten die drei Damen los mit Gitarre, Kontrabass (Jule Balandat) und dem Instrumenten-Multitalent Sinje Schnittker, von ihren Kolleginnen liebevoll „Schnittchen“ genannt. Bekannte und weniger bekannte Melodien vergangener Jahre im Jazz-, Dixie- oder Swingstil teils untermalt mit Gesang, allerdings mit neuen Texten. Da ging es um die „sessionalen Haustiere“ wie die Weihnachtsmaus, die schon vor den Feiertagen die Leckereien verschwinden lässt. Und das Haustier von Jule kennt keine Diäten. „Keiner hält mir so die Treue wie mein Schweinehund!“

„Es gibt Ohrwürmer die sich in die Ohren reinfräsen – wir haben bei der Klassik die Streicher gestrichen“ leitet Tina mit ihrer Wortspielerei zum klassischen „Säbeltanz“ über.
und „Schnittchen“ legt noch ein Trompetensolo erster Klasse hin.


Nach der Pause ging es in die etwas vorweihnachtliche Phase. Kontrabass, Gitarre und Trompete hatten alle einen rot-weiß gestrickten Pullover angezogen bekommen und die Weihnachtsmannmützen durften auch nicht fehlen. „Die Wellen der Lacher hören sich an wie kleine wollige Schafe, und die Geräusche von Kuh und Esel könnt ihr doch auch machen, animierten die Zucchinis das Publikum. Und nachdem das Muh und I-ah kräftig geübt war, durften alle bei der Weihnachtsgeschichte nach der Melodie des Liedes „Josef lieber Josef mein“ die Stallgeräusche machen. Und beim Heiratsantrag von Josef an seine Verlobte Maria hauchte das Publikum einstimmig „Jaaa“!

„Fünf Minuten vor Zwölfer“

Für alle „Fünf Minuten vor Zwölfer“, eben alle, die an Heiligabend noch ihre Geschenke besorgen müssen, hatten die drei Damen nach der Melodie „In der Weihnachtsbäckerei“ den Geheimtipp der „Bahnhofsdrogerie“ parat.

Egal ob Klarinette, bei den Künstlerinnen auch Schwarzwurzel genannt, Flügelhorn, Glockenspiel, Akkordeon, Ukulele, Vogelpipe, Posaune – „Schnittchen“ brachte mit ihrem Multitalent viel verschiedene Klangfarben ins Programm. Bei „Jingle bells“ gab es noch zusätzlich Unterstützung des begeisterten Publikums und bei der „Petersburger Schlittenfahrt“ hörte man förmlich die Pferdchen durch den Schnee traben.

Mit „Oh Tannenbaum“ sollte es eigentlich ein wenig ruhiger und besinnlicher werden. Aber das konnte nicht funktionieren, denn der tosende Beifall am Ende des Programms führte dazu, dass Schnittchen erst noch ein Geschenk bekam, natürlich wie jedes Jahr ein neues Instrument. Hocherfreut wurden die neuen bunten Glocken gleich getestet und nach der Melodie „Mr. Sandman“ „liebes Christkind“ gesungen. Melodien mit Ohrwurmcharakter als Zugabe rundeten letztendlich das Programm ab.